17. Juni 2023: «An die Freude» - Schola Cantorum Wettingensis - Stadtkirche Baden Chorherrenhaus Foto: Markus Suter
Mit den eindrücklichen Aufführungen von Dvořáks Stabat Mater am 27./28. Juni 2026 hat die Schola Cantorum Wettingensis in der Region Baden/Wettingen einen weiteren bedeutenden kulturellen Meilenstein gesetzt.
Auf dem Programm stehen nun Haydns Harmoniemesse, das krönende Spätwerk seines Schaffens, und Brahms’ berührender Begräbnisgesang, ein bemerkenswertes Jugendwerk.
Offene Chorprobe der Schola Cantorum Wettingensis
Am 15. September 2026 bietet die Schola im Rahmen der Aargauer Laienkultur-Woche die Möglichkeit, eine Chorprobe mitzuerleben. Tauchen Sie ein in die Probenarbeit und verfolgen Sie, wie das neue Konzertprogramm musikalisch Gestalt annimmt.
Singen Sie mit in der Schola
Projektstart Haydn/Brahms: 11. August 2026
Wir proben jeweils am Dienstag, 19:30 — 22:00 Uhr in der Aula Schulhaus Margeläcker in Wettingen. Auch Projektsänger/-innen sind herzlich willkommen.
Konzerte
Joseph Haydn
Messe B-Dur «Harmoniemesse»
Johannes Brahms
Begräbnisgesang
Deborah Fogal, Sopran
Elena Dietrich, Alt
Luca Valentin Bernard, Tenor
Thomas Hughes (Samstag) | Stefan Jovanovic (Sonntag), Bass
Instrumentalensemble
Schola Cantorum Wettingensis
Stefan Müller, Leitung
Aufschwung und Vollendung
Die Harmoniemesse in B-Dur von Joseph Haydn, verfasst 1802, ist dessen letztes vollendetes Werk, obwohl Haydn erst 1809 starb. Stilistisch vereint das Werk freudige, festliche Abschnitte mit Momenten tiefer Innerlichkeit, etwa im «Agnus Dei». Trotz Haydns schwindender Kräfte wirkt die Messe groß angelegt und strahlend – ein würdiger Abschluss seines sakralen Schaffens.
Im Gegensatz dazu ist Brahms Begräbnisgesang op. 10 ein Jugendwerk, Brahms war erst 25 Jahre alt, als er die Komposition vollendete. Seine Vorliebe für archaisch-altmodische Strukturen verbinden sich in diesem mitreissenden Stück auf ideale Weise mit seinem Interesse für die Theologie im Allgemeinen und für das Alte Testament im Besonderen.
Beide Werke sind für Bläser, Streichquartett und Pauke in reduzierter Fassung gesetzt. Es spielen die «Bläsersolisten Aargau», das «Weshalb Forellen Quartett» und Reto Baumann mit historischen Pauken.
Samstag, 21. November 2026, 20:00 Uhr
Ref. Kirche Baden
Sonntag, 22. November 2026, 17:00 Uhr
Kirche St. Anton, Wettingen
Tickets: CHF 50 | 40 50% Rabatt mit Legi / Kulturlegi
Direktverkauf: Musik Egloff, Landstr. 52, Wettingen | 056 426 72 09
Solisten
Deborah Fogal, Sopran
Schon immer für den Gesang brennend, absolvierte die Zürcher Koloratursopranistin ihr Studium an der Zürcher Hochschule der Künste mit Auszeichnung. Neben diversen Kantaten, Messen und Oratorien, bildeten Aufführungen von Mozarts c-Moll-Messe, des Exultate Jubilate oder des Requiems, die Jahreszeiten und Schöpfung von Haydn, Brahms Requiem, Bachs Johannes-Passion sowie die h-Moll-Messe Höhepunkte ihrer solistischen Tätigkeit. Aber auch jüngere Werke wie von Weberns Fünf Canons (op. 16) oder Peter Appenzellers Osteroratorium (Uraufführung) singt die Sopranistin mit Präzision und Ausdruck. Seit 2022 ist sie als wiederkehrende Künstlerin beim internationalen Festival für Lied, Liederfrühling, zu hören. Deborah Fogal ist Teil des Fogal-May-Vokal-Quartetts, sang als Teil der Cappella Vocale St. Gallen sowie des Vocalconsorts inFlumine und unterrichtet als ausgebildete Pädagogin mit grossem Engagement.
Elena Dietrich, Alt
singt, spricht, orgelt, klaviert.
Als Kind einer Musikerfamilie schon früh mit den Realitäten des Musikerberufs konfrontiert, beharrte sie darauf, keine Laufbahn in diese Richtung zu verfolgen. Nach einem zweijährigen Intermezzo am Chemiedepartement der ETH Zürich eines Besseren belehrt, studiert sie seit September 2019 bei Judith Schmid Gesang an der Hochschule Luzern. Nebst dem klassischen Repertoire widmet sie sich mit grosser Begeisterung der Zeitgenössischen Musik und legt grossen Wert auf die Schnittmenge von Sprache/Musik. Ausserdem ist Elena Dietrich für verschiedene Chöre als Korrepetitorin und seit 2017 als Hauptorganistin der Reformierten Kirchgemeinde Würenlos AG tätig.
Luca Bernard, Tenor
Der lyrische Tenor Luca Bernard wurde 1994 in Zürich geboren.
An der Zürcher Hochschule der Künste studierte er Klavier und Gesang (2013 - 2018).
In den Spielzeiten 2019/20 und 2020/21 war er als Mitglied des Internationalen Opernstudios in
verschiedensten Rollen am Opernhaus Zürich zu hören. In der Saison 2021/22 sang er an der Oper
Maggio Fiorentino in Florenz, wo er Gastone (Traviata), Jaquino (Fidelio) und Scaramuccio
(Ariadne auf Naxos) sang. In der darauf folgenden Saison sang er die Rolle des Fracasso in Mozarts
Frühoper La finta semplice. Beim Glyndebourne Festival 2022 sprang er als Ernesto in Donizettis
Don Pasquale ein. Dies führte zu einem Engagement an der Estonian National Opera in derselben
Rolle. In der Saison 23/24 war er Mitglied des «jeune ensemble» am Grand Théatre de Genève. Seit
der Spielzeit 24/25 ist er Teil des Ensembles am Luzerner Theater, wo er unter anderem Tamino (die
Zauberflöte), Arbace (Idomeneo) und Alfred (Die Fledermaus) sang.
Thomas Hughes, Bass
Thomas Hughes begann seine musikalische Ausbildung im Alter von 17 Jahren an der North Carolina School of the Arts in Winston-Salem bei Tenor Glenn Siebert. Nach Privatunterricht bei der Sopranistin Rebecca Cook-Carter begann Thomas Hughes, in verschiedenen Rollen in der Gemeinde aufzutreten. Seine erste große Rolle war Papageno in Mozarts «Die Zauberflöte». Seinen Bachelor of Music erwarb er an der renommierten DePaul University in Chicago, Illinois, unter der Leitung des Tenors Michael Sylvester und der Wagner-Sopranistin Elizabeth Byrne. Zwischen 2013 und 2018 sang er Rollen wie Conte Almaviva in Mozarts Le Nozze di Figaro, Fabian in Joel Feigans Twelfth Night und Frank Murrant in Kurt Weills Street Scene. In dieser Zeit begann er auch, sich auf das Oratorium zu konzentrieren und gab sein Debüt als Bass-Solist in Rossinis Stabat Mater, Mozarts und Faures Requiems und Handels Messias.
Im Jahr 2020 zog Thomas nach Zürich, wo er sein Studium bei dem Tenor Scot Weir mit einem Master of Music in Concert Performance abschloss. Derzeit konzentriert er sich auf seine freiberufliche Karriere und lebt mit seiner Frau Laura, die ebenfalls Musikerin ist, in Luzern, Schweiz.
Stefan Jovanović, Bass
Stefan Jovanović studierte klassischen Gesang sowie Musiktheater an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz bei Ulf Bästlein, Frank Cramer und Olivier Tambosi. Ein besonderer Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit liegt auf Lied und vokaler Kammermusik. 2021 erhielt er den Nordfriesischen Liedpreis in Husum und besuchte Liedmeisterkurse bei Robert Holl und Charles Spencer. Seit 2023 ist er festes Mitglied des Chors am Luzerner Theater. Als Solist sang er u. a. Almaviva, Enrico, Falke, Guglielmo, Belcore und Salieri an Bühnen in Graz, München, Leoben, Bad Ischl und weiteren internationalen Spielorten. Darüber hinaus verfügt er über umfangreiche Konzert- und Chorerfahrung mit Repertoire von der Renaissance bis zur Moderne.
Instrumentalensemble
Bläsersolisten Aargau
Yvonne Canonica, Flöte
Renato Bizotto, Oboe
Thomas Hunziker, Klarinette
Leonardo Bizzotto, Fagott
Miks Bankevics, Horn
Weshalb Forellen Quartett
Mario Huter, Violine 1
Monika Camenzind, Violine 2
Grégoire Babey, Viola
Martin Birnstiel, Violoncello
Reto Baumann, Pauke
Wir danken unseren Projekt-Partnern für die grosszügige finanzielle Unterstützung:
Unser Dank geht ebenso an alle Firmen und Institutionen, die unsere Konzerte seit vielen Jahren finanziell oder mit Sachleistungen unterstützen:
- Biogarten Lieli, Oberwil-Lieli
- Kino Orient, Ennetbaden
- Musik Egloff, Wetttingen
- Schmäh Offset & Repro AG, Ehrendingen
- Talamona Wohnbedarf, Fislisbach
Ausblick
11./12./13. Juni 2027 | Klosterkirche Wettingen
Ave Maris Stella
Mariengesänge aus mittelalterlichem Graduale
Ave Maris Stella, Paul Hofhaimer
O Magnum Mysterium, Wiliam Byrd und L. de Victoria
Cembalomusik, Louis Couperin
Ave Maris Stella, Edvard Grieg
Magnificat in D-Dur, C.P.E Bach
Solisten
Instrumentalensemble
Schola Cantorum Wettingensis
Stefan Müller, Leitung
Konzerte im Hinblick auf das 800‑jähriges Bestehen des Klosters Wettingen.
Zu Beginn erklingen Mariengesänge des im Kloster verwendeten mittelalterlichen Graduale aus dem Süddeutschen Raum, das nun in Aarau in der Kantonsbibliothek Aargau ausgestellt ist. Mit dem Salzburger Paul Hofhaimer folgt das Ave Maris Stella bis ins 15. Jahrhundert, der Zeit, als die Tonalität sich von mittelalterlichen Strukturen endgültig der Renaissance verwandelte. Es folgen herrliche Motetten O Magnum Mysterium des Engländers Wiliam Byrd und des Spaniers L. de Victoria. Mit der Musik des Hofcembalisten von Ludwig dem XIV, Louis Couperin, gelangen wir an den prunkvollen Hof von Versailles. Von dort erfolgt ein stilistischer Sprung zum 1893 komponierten Ave Maris Stella von Edvard Grieg, der in seiner Linienführung aber zurückgreift zu den Meistern der Renaissance. Zum Abschluss erklingt das Magnificat in D-Dur von C.P.E Bach. Im empfindsamen Stil komponiert, schwankt es zwischen Rokoko und Barock.
20./21. November 2027
W. A. Mozart, Messe in c-Moll
Solisten
Instrumentalensemble
Schola Cantorum Wettingensis
Stefan Müller, Leitung
Mit der Grossen Messe soll Mozart ein persönliches Glaubensgelübde anlässlich seiner Hochzeit mit der jungen Konstanze abgelegt haben. Das Credo und Agnus Dei sind unvollständig; hier geht die Schola einmal mehr kreative Wege, indem sie keine zusammengeschusterte Version dieser Fragmente präsentiert, sondern die fehlenden Sätze aus den beiden vorher komponierten Messen, der Krönungsmesse und der Grossen Messe in C-Dur sowie dem Requiem entnimmt. Im Original verfügt das Werk über eine gewaltige Besetzung; wir beschränken uns auf die Streicher, Fagotte, Oboen und ein Horn. Die restlichen Hörner, Trompeten und Posaunen werden von Claviorganum übernommen, was den Klang transparenter erscheinen lässt.